Sportwissen aktuell: Kinderturnen, Kindersport

 

 

Kindheitsrhetorik
Fett, faul, krank: Die körperliche Leistungsfähigkeit von Kindern

Es ist schlecht bestellt um die körperliche Zukunft unserer Jugend, glaubt man den Presseberichten und auch den wissenschaftlichen Publikationen. Unseren Kindern fehlt Bewegung, sie werden immer unbeweglicher und haben immer häufiger Haltungsschäden. Unsere Kinder sind leitungsschwach, sowohl in der Schule als auch in der Freizeit, die sie nur noch vor dem Fernseher und dem PC verbringen. Sie können schlechter lesen und schreiben, sind gewalttätig und verweigern jegliche Anstrengung. Wer sich nicht bewegen kann bleibt auch geistig zurück, wird zappelig und depressiv. Unsere Kinder und Jugendlichen werden zu Weichlingen, Schlaffis und Stubenhockern.

Über den Gesundheitszustand der deutschen Kinder wird viel geschrieben und spekuliert, doch meist ohne entsprechende wissenschaftliche Erkenntnisse aus repräsentativen Studien mit einzubeziehen.

Es wird schon seit dem 18. Jahrhundert ein Rückgang der körperlichen Leistungsfähigkeit mit einhergehendem körperlichen Verfall proklamiert und dennoch wage ich zu behaupten, dass dies nicht generalisierbar ist.

Kindheitsrhetorik steht hoch im Kurs, nicht nur geschrieben, sondern mit teilweise bilanzierendem und kodifizierendem Charakter sowie öffentlichen Anhörungen und Symposien. Das Konstrukt der Kindheitsrhetorik unterscheidet drei grundsätzliche Formen derselben: die journalistische, die professionsgestütze und die sozialwissenschaftliche Kindheitsrhetorik.

Das sozialwissenschaftliche Konstrukt bezeichnet Texte, Bilder und Reden über Kinder und Kindheit, die in expliziter, teilweise impliziter, teilweise verdeckter Form Kindheit bewerten, indem sie beschreiben, wie Kinder leben, leben sollen und leben könnten und damit direkt und indirekt zu Interventionen aufrufen (vgl. Lange, 1999).

Von journalistische Kindheitsrhetorik wird gesprochen, wenn Öffentlichkeitsakteure von ihren Interessen her bestimmte Beiträge einem möglichst großen Publikum unterbreiten müssen. Sie müssen dabei sowohl interessanter und wichtiger als auch kompetenter und glaubwürdiger erscheinen als ihre Mitkonkurrenten. Dabei passen sie sich den Gesetzmäßigkeiten öffentlicher Kommunikation an: v.a. der Heterogenität und dem Laienstatus des Publikums. Zusätzlich werden bestimmte Thematisierungs- und Überzeugungsstrategien eingesetzt. Thematisierungsstrategien werden u.a. benutzt, um Aufmerksamkeit für Themen zu erzielen und damit ein Publikum für das Problem zu finden. Je mehr Konkurrenz zu finden ist, desto stärkere Betroffenheit muss ausgelöst werden, indem drastische Differenzen und Ausmaße behauptet werden (vgl. Lange, 1999). Und so lassen sich u.a. Überschriften wie Fette und faule Kinder erklären.

Von professionsgestützer Kindheitsrhetorik spricht man dann, wenn Vertreter spezifischer Berufsstände aktiv in den Kindheitsdiskurs eingreifen. An erster Stelle sind Lehrer und Erziehungswissenschaftler zu nennen, die schul- und bildungsinterne Probleme (Gewalt, Konzentrationsschwäche) auf schulexterne Problemkontexte von Kindheit heute - etwa Alleinerziehende Elternteile, Einzelkinder, Medien - zurückführen. Mit dieser defensiven Variante der Beschreibung der Kindheit heute werden systeminterne Defizite auf äußere Umstände (die Umwelt) rekurriert, so dass die Problemlösung auch eher dort anstatt intern gesucht werden soll.

Literatur:

Lange, A. (1996). Formen der Kindheitsrhetorik. In: Zeiher, H., Büchner, B. & Zinnecker, J. (Hrsg.). Kinder als Außenseiter?, S. 75-95. Weinheim: Juventa.

 

Wer Fit sein will benötigt Sportartikel und Reebok Steps oder Turngeräte aus dem Turngeräte Shop von Fairplay Sporthandel!

Auf Schusters Rappen mit dem Zelt - warum nicht? Schlafsack und Isomatte in den Rucksack und ab geht die Post. Erhältlich in unserem Outdoor Shop.

   
    freier Link
freier Link
freier Link
freier Link
freier Link